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V- Verwöhnen

*Gastbeitrag* von Familienbegleitung Beutelzwerg


Du kannst Dein Baby nicht verwöhnen! Weder durch viel Tragen, Körperkontakt, nicht schreien lassen, Stillen/Flasche geben nach Bedarf, Co-Sleeping, sprich: nicht durch feinfühliges auf seine Bedürfnisse eingehen. 
Dass ein Baby nicht bewusst weint, dass es uns nicht manipulieren will, dass es nicht mit wenigen Wochen und Monaten schon kapiert hat, wie es uns dazu bringen kann, es zB immer gleich hochzunehmen und wir deshalb aufpassen müssten, ihm nichts falsches anzugewöhnen, das sind völlig veraltete Ansichten und durch Bindungs- und Hirnforschung längst überholt. Warum sich das trotzdem teilweise noch hält, wäre einen neuen Beitrag wert...
Ich erlebe in meiner Arbeit zum Glück immer seltener Familien und Kooperationspartner die 
noch glauben, man dürfe ein Baby bloß nicht verwöhnen in dem man zu viel Nähe zulässt oder immer gleich reagiert, wenn es mal schreit. 
Was ich jedoch immer wieder beobachte ist, dass sich das ändert, wenn die Babys älter werden. Sei es der Kinderarzt, der sagt, ab 1 wär stillen völlig unnötig, die Oma, die meint, jetzt könne das Kind ja auch mal selber laufen und müsse nicht mehr getragen werden, der Partner, der das Familienbett mit Kleinkind nun doch nicht mehr so gut findet, die Erzieherinnen, die sagen, das Kind müsse seine Tasche alleine tragen und hinhängen oder wir Mamas selber, die genervt sind, weil das Kind immer noch von uns angezogen werden will, obwohl es das eigentlich schon lang selber kann. Noch viel zu oft besteht die Sorge, dass ein verwöhntes Kind seine Eltern tyrannisiert und unselbständig bleibt.
Was ist denn eigentlich so schlimm am Verwöhnen?
Wirst Du selber nicht auch gern umsorgt und verwöhnt? Klar kann ich mir abends noch selbst ein Eis aus dem Gefrierschrank holen, aber wie toll ist es, wenn mein Mann das für mich tut?! Oder das Auto morgens frei kratzen (wo wir grad bei Eis sind).
Wir brauchen uns keine Sorgen machen, dass unsere kleinen Traglinge nicht laufen lernen, nicht irgendwann alleine schlafen wollen oder sonst irgendwie selbstständig werden, denn Kinder haben einen unaufhaltbaren Explorationsdrang.

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